Ich hab in den letzten Wochen einige Mails von Angehörigen bekommen, die Rat suchen wie sie mit Frühcheneltern umgehen sollen und wie sie ihnen helfen können.

Eine Frühgeburt kommt meistens plötzlich und man hat kaum die Möglichkeit sich auf diese Situation vorzubereiten.

Wie auch? Man kann es sich überhaupt nicht vorstellen was da auf einen zu kommt.

Nachdem ich diese Erfahrung machen musste, habe ich mich erst mal emotional zurück gezogen. Ich musste mich erst mal sortieren. Das mag für den ein oder anderen kalt gewirkt haben, aber ich musste von jetzt auf gleich in einer extrem Situation funktionieren.

Diese Schocksituation hat so ca. 3 Tage gedauert. Nach diesen drei Tagen bin ich emotional völlig zusammen gebrochen und habe mich selbst aus dem Krankenhaus entlassen. Ich konnte die Umgebung einfach nicht mehr ertragen.

Jetzt zu der Frage was mir in dieser Zeit geholfen bzw gut getan hat:

  • An erster Stelle natürlich mein Mann. Es ist großartig was er in dieser Zeit alles geleistet hat. Er war einfach mein Fels in der Brandung, obwohl es ihm auch nicht gut ging.
  • Freunde! Wenn man in so einer Situation steckt, merkt man schnell, wer die wahren Freunde sind. Ich denke die, die ich meine, fühlen sich angesprochen. Sie haben zum Beispiel sehr oft unsere große Maus übernommen, was uns sehr entlastet hat. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass das Geschwisterkind in guten Händen ist und man sich nicht auch noch darum sorgen muss.
  • Was auch unglaublich gut getan hat, ist das sie uns immer Mut zu gesprochen haben und immer an unser Babywunder geglaubt haben. Sie haben sich nie aufgedrängt.

Was man nicht tun sollte:

  • Führt den Frühcheneltern nicht vor Augen, wie schlimm die Situation ist. Sätze wie:

“ Oh Gott, du arme…“ oder „wird sie es überleben…..?“ sind mehr als unangebracht.

Die Betroffenen wissen selber wie schlimm ihr Situation ist. Versteht mich nicht falsch, ihr sollt die Situation nicht verharmlosen.

  • Bietet eure Hilfe an, zum Beispiel für Gespräche oder nehmt, wenn vorhanden, Geschwisterkinder ab. Das entlastet unheimlich.
  • Sprecht über die Situation, signalisiert das es nicht schlimm ist zu weinen.

Unser Babywunder ist jetzt 7 Monate alt (korrigiert 3 Monate alt) und mir hilft es sehr über diese Erfahrung zu sprechen oder hier auf dem Blog zu schreiben. Ich bin von Natur aus eine sehr offene Person und ja, die Frühgeburt hat mich verändert. Ich habe immer noch sehr mit der Frühgeburt, aber auch mit dem Kaiserschnitt zu kämpfen und weine fast täglich. Ich bin mir aber sicher, das es irgendwann wieder gut sein wird.

 

Was hat euch geholfen als eure Mäuse geboren waren? War es bei euch genau so? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

Eure Conny