Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das noch sehr oft totgeschwiegen wird, aber so oft vertreten ist.

 

Ich glaube, der ausschlaggebende Punkt kam, als ich unser Babywunder nicht mehr stillen durfte/sollte. Ich hab mich noch schlechter gefühlt, weil ich dachte, das mir jetzt auch noch das letzte „normale“ genommen wird. Klar wusste bzw. verstand ich, das meine Milch mittlerweile zu dünn war und auch das anreichern mit Spezialnahrung nichts mehr brachte. Doch ich konnte und wollte es nicht wahr haben.

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Ich dachte immer, das nach der Entlassung ALLES besser werden würde. Dieser Gedanke täuscht!!!! Nach der Entlassung fängt es erst richtig an. Man kommt zur Ruhe und hat somit genügend Zeit nachzudenken. Jetzt fängt man erst mal an, die ganzen Geschehnisse zu realisieren, begleitet mit großen Schuldgefühlen.

Ich habe in den letzten vier Monaten die unser kleines Wunder jetzt zu hause ist, so viel geweint. So viel habe ich zuvor noch nie geweint. Ich kann es auch nicht steuern, es kommt beim kochen, beim putzen oder beim spielen usw. Mittlerweile bin ich davon auch nur noch genervt.

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Aber was soll ich machen???

Diese Zeit war mit Abstand die schlimmste Zeit meines Leben!!!

Irgendwann hab ich gemerkt das es so nicht weitergehen kann und begab mich in professionelle Hände. Dort merkte ich schnell, das dieser Schritt nichts für mich ist. Versteht mich jetzt bitte nicht falsch, es mag sein, das es anderen hilft, mir half es nicht. Jeder der mich kennt, weiß das ich ein absoluter Realist bin und an den letzten Monaten nichts gutes finden kann.

Somit kann ich auch nichts mit den Worten :“Heute Abend schnappen sie sich ihren Mann und gehen lecker essen und machen sich einen Schönen Abend“ anfangen.

Was soll nach diesem Abend anders sein??? Kommen wir wieder und es ist nichts passiert? Ist unser kleines Mädchen ein am Termin geborenes Kind? Musste ich keinen Kaiserschnitt über mich ergehen lassen? Kann ich mein Kind stillen, so wie es jede Frau tun kann?

NEIN!!!!!

Was nützt mir dieser Abend dann???? Ich glaube, dieser Abend würde meine Schuldgefühle nicht bessern können.

Es gibt jedoch etwas , das mir ein wenig geholfen hat. Dies möchte ich an euch weiter geben.

Geht mit euren Schätzen baden oder duschen, so wie ihr es am liebsten mögt. Danach legt ihr euch gemütlich und nackt ins Bett. Legt euch eure Kinder auf die Brust und deckt euch gut zu, so das keiner friert. Wenn ihr es mögt könnt ihr vorher noch Kerzen anmachen, von Musik rate ich jedoch ab. Wenn ihr einen gemütlichen Platz gefunden habt und ihr euch wohl fühlt, erzählt ihr euren Kindern all die Dinge die passiert sind. Ich habe der kleinen zum Beispiel alles vom Schwangerschaftstest zu diesem Moment erzählt. Natürlich habe ich geweint und mich tausendmal bei meinem kleinen Wunder entschuldigt. Hab ihr auch erklärt, das ich das alles nicht wollte. Die kleine Maus war die ganze Zeit ruhig und hat mich angeschaut. Am Ende schenkte sie mir ein lächeln und schlief ein.

Sucht euch Hilfe und andere Betroffene, denn wir sind nicht alleine!

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Eure Conny