Frühchenwunder

Ihr nennt es Chaos? Wir nennen es Normal!

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Was kann man als Eltern tun, wenn das Frühchen geboren ist?

Als unser Babywunder geboren wurde war ich völlig vor den Kopf gestoßen und ich kam mir so nutzlos vor, den fortan lag das kleine Mädchen abgeschottet im Inkubator und konnte nicht bei mir sein. Dieses Gefühl ist sehr schlimm und ich stellte mir die Frage, was ich denn für unser Wunder tun könnte. Lasst euch gesagt sein, es gibt so viel was ihr für eure Mäuse tun könnt.

1.Lasst eure Kinder gehen wenn sie es wollen!

Einige werden jetzt verwundert sein, aber genau das habe ich getan. Eine Woche nach der Geburt des Babywunders, nachdem ich die ganze Situation realisiert habe, stand ich am Inkubator meines Kindes und legte meine Hände an ihr Köpfchen und Füßchen. Dies war wieder ein Tag, an dem sie viele Sättigungsabfälle und Bradykardien gemacht hatte. Ich hab mir da Gedanken gemacht, ob das, was mit dem Babywunder passiert, richtig ist oder ob wir sie nicht gehen lassen sollen. Was ist wenn sie das alles nur aushält, weil ich mir das so doll wünsche. Ich fasste einen entschluss und sprach zu ihr:

Meine kleine Maus, mir tut das so unendlich Leid was du hier alles ertragen musst. Ich hätte mir das so sehr anders gewünscht. Wenn du das alles nicht erträgst und keine Kraft mehr hast, dann geh. Ich lasse dich gehen. Aber wenn du die Kraft hast und es genau so willst wie wir dann kämpf, wir werden bei dir sein und dich unterstützen und mit dir kämpfen.

Ich musste einfach das Gefühl los werden, das sie nur für uns kämpft und ja, danach fühlte ich mich ein wenig besser

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2. Stillen

Das stillen ist bei so extrem kleinen Frühchen natürlich nicht möglich, daher blieb mir nichts anderes übrig als täglich alle vier Stunden die Milch ab zu pumpen. Und ja, ich hab es zeitweise so verflucht. Nicht weil ich es nicht gerne gemacht habe, sondern weil ich die Zeit, die ich fürs pumpen brauchte, nicht bei unserem Kind sein konnte. Trotzdem habe ich es gemacht und bin auch ein wenig stolz auf mich, das ich es bis heute durchziehe. Muttermilch ist das gesündeste, was wir Mütter unseren Kindern geben können und gerade für Frühchen, die noch einen sehr unreifen Magen-Darmtrakt haben, ist es noch viel wichtiger. Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe, aber ich hatte direkt nach dem Kaiserschnitt Muttermilch, und das nicht gerade wenig ( pro Brust 20 ml). Die Ärzte waren begeistert und ich hatte das Gefühl, was richtig wertvolles für mein Kind tun zu können.

3. Muttermilch nuckeln lassen

Ihr werdet euch jetzt fragen, wie das gehen soll, den so kleine Kinder können ja nicht saugen oder an einer Flasche nuckeln. Ja , das stimmt. Deswegen haben wir unserem Babyunder Muttermich auf ein Ohrstäbchen gemacht und ihr diesen in den Mund gegeben, woran sie dann saugen konnte. Sie hat es geliebt und sie kam in den Genuss der so wertvollen Muttermilch.

4. Sprecht mit euren Kindern und legt die Hände auf

Wir haben bei jedem Besuch unserer Tochter unsere Hände auf sie gelegt, damit sie spüren kann das wir da sind. Wir wollten ihr einfach ein wenig das Gefühl von Geborgenheit geben, damit sie sich in ihrem Inkubator nicht so alleine fühlt. Dies haben wir zum Beispiel auch ihr große Schwester machen lassen, denn die kannte sie ja auch aus dem Bauch.

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5. Känguruhen

Eine weiterer und kostbarer Bestandteil in der Versorgung von Frühgeborenen. Es ist der erste intensive Kontakt, den ihr mit euren, doch noch fremden Kindern, machen könnt. Habt keine Angst davor und genießt es, den es fördert…..

  • die eigene Körpertemperatur des Kindes zu regulieren
  • die Eltern- Kind- Bindung
  • ermöglicht erholsamere Schlafphasen und somit weniger Unruhephasen fürs Kind
  • die Wachstums- und Gewichtszunahme des Kindes
  • die Still- und Laktationsrate
  • stabilisiert die Vitalparameter
  • die Natürliche Entwicklungsumgebung
  • einen verkürzten Klinikaufenthalt

Das Kanguruhen haben wir genossen und es ist einfach wunderschön! Traut euch, ihr werdet es nicht bereuen.

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6. Bringt eine Spieluhr oder ähnliches mit zu eurem Kind

Wir haben eine Spieluhr, die unser Babywunder aus ihrer Bauchzeit kennt auf den Inkubator gelegt. Somit hatte sie wieder etwas vertrautes, das ihr bekannt vorkam. Wenn ihr die Möglickeit habt, eure Stimmen aufnehmen zu können, dann macht das ruhig, es wird euren kleinen helfen.

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7. Baut Rituale auf

Als wir zu unserem Babywunder gekommen sind haben wir als erstes unsere Hände auf Kopf und Füße gelegt und haben mit ihr gesprochen und ihr gesagt, das wir jetzt da sind. Wir haben ihr ein wenig von dem Tag erzählt und von den Dingen, die ihre große Schwester gemacht und erlebt hat. Als die Zeit gekommen war, in der wir nach Hause fahren mussten, haben wir nach der Versorung den Inkubator zugedeckt und ihre Musikuhr angemacht. Und was soll ich sagen, diese Uhr beruhigt sie heute noch.

 

Es gibt wahrscheinlich noch einige Dinge mehr die ihr für eure Kinder tun könnt, die ich hier nicht augezählt habe. Traut euch. Wenn ihr euch unsicher seit oder unwohl fühlt sprecht das Personal auf der Station an, die haben immer ein offenes Ohr, selbst wenn ihr ein und die selbe Frage mehrmals stellt 🙂

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Ihr lieben, ich hoffe euch hat dieser Blogpost gefallen. Was habt ihr bei euren kleinen Wundern gemacht? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Lg

Manchmal ist das größte Glück ganz klein…..

Unsere kleine Maus ist am 11. September zur Welt gekommen. Naja, eigentlich kann man auch sagen, sie ist ins Leben gezerrt worden. Der eigentliche Entbindungstermin wäre der 9.01.2016. Das ist jetzt 18 wochen her.

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Unsere Maus an ihrem 12. Lebenstag

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